ING Girokonto: Ab Mai 2020 nur noch kostenlos, wenn…

ING Girokonto: Ab Mai 2020 nur noch kostenlos, wenn...

ING lässt die Bombe platzen: Das bisher kostenlose Girokonto ist ab Mai 2020 nur noch unter Bedingungen kostenlos. Erstens: Sie zählen weniger als unter 28 Jahre. Zweitens: Es gehen mindestens 700 Euro im Monat auf Ihr Konto ein.

Nun auch die ING: Die Niederländer wenden sich vom kostenlosen Girokonto ab. Bisher lockte die Direktbank mit Top-Konditionen. Und zwar null Gebühren für Kontoführung, Girokarte, Kreditkarte oder Bargeld. 50 Euro Willkommensbonus und einen Top-Dispozins von nur 6,99 % gewährte die ING quasi obendrauf.

Damit ist jedoch ab Mai Schluss. Denn ab Mai 2020 kostet das ING Girokonto* 4,90 Euro im Monat. Macht im Jahr 58,80 Euro. Außer: Sie erfüllen zwei der folgenden Kriterien…

ING Girokonto weiterhin kostenlos, wenn…

  1. Sie sind unter 28 Jahre alt oder
  2. es gehen mindestens 700 Euro im Monat auf Ihrem ING Girokonto ein.

Sind Sie also noch etwas jünger oder nutzen das Girokonto der ING als Gehaltskonto (Gehalt, Rente, Pension etc.), bleibt dieses weiterhin kostenlos. Erfüllen Sie keine der Bedingungen, zahlen Sie hingegen 4,90 Euro im Monat.

Wichtig: Nicht betroffen von der Preisänderung ist das ING Basiskonto auf Guthabenbasis, welches die Bank weiterhin gratis führt. Auch die bisher kostenlosen Leistungen des ING Girokontos wie Giro- und Kreditkarte bleiben kostenlos.

Die Frage nach dem Warum ist übrigens schnell geklärt. Bisher wollte die ING mit ihrem deutschem Ableger einfach nur wachsen. Mittlerweile zählt ING Deutschland allerdings an die 2,8 Millionen Girokonto-Kunden. Von der Änderung betroffen wären rund ein Viertel. Der Rest nutzt das ING Girokonto* längst als Gehaltskonto oder ist jünger als 28 Jahre. Auf Wachstum liegt jedenfalls nicht mehr der Fokus. Stattdessen müsse sich die Bank im derzeit „niedrigen Zinsumfeld nach alternativen Einnahmen“ umsehen, wie Deutschland-Chef Nick Hue erklärt.

So oder so sind 4,90 Euro im Monat für eine Direktbank durchaus ein stolzer Preis. Selbst die meisten Filialbanken erheben lediglich drei bis vier Euro im Monat für ihre Online-Konten. Dennoch: Kostenlose Girokonten gibt es nicht mehr viele. Allein zum neuen Jahr haben 188 (!) Banken an der Preisschraube ihrer Girokonten gedreht – nach oben versteht sich. Einige wenige kostenlose Girokonten gibt es trotzdem noch, wie unser Vergleich zeigt.

PlatzGirokonto-TestsiegerLeistungenHighlightsNoteAntrag
1comdirect Girokonto
Details comdirect Girokonto
Kontogebühr: 0,00 €
Girokarte (EC): 0,00 €
Kreditkarte: 0,00 €
Automaten: 9.000
Filialnetz: Direktbank
Habenzins: 0,00 %
Dispozins: 6,50 %
ged. Überz.: 11,00 %
keine Kontogebühren
kein Mindestgeldeingang
kostenlos Bargeld weltweit
Girokonto Testsiegerzum Girokonto*
2DKB Girokonto
Details DKB Girokonto
Kontogebühr: 0,00 €
Girokarte (EC): 0,00 €
Kreditkarte: 0,00 €
Automaten: 58.000
Filialnetz: Direktbank
Habenzins: 0,01 %
Dispozins: 6,74 %
ged. Überz.: 6,74 %
keine Kontogebühren
kostenlos Bargeld weltweit
kostenlose Kreditkarte
700 € Mindestgeldeingang
Girokonto Testergebnis "sehr gut"zum Girokonto*
3ING Girokonto
Details ING Girokonto
Kontogebühr: 0,00 €
Girokarte (EC): 0,00 €
Kreditkarte: 0,00 €
Automaten: 58.000
Filialnetz: Direktbank
Habenzins: 0,001 %
Dispozins: 6,99 %
ged. Überz.: 6,99 %
keine Kontogebühren
kostenlos Bargeld in Euro-Länder
700 € Mindestgeldeingang
Girokonto Testergebnis "sehr gut"zum Girokonto*
4norisbank Girokonto
Details norisbank Girokonto
Kontogebühr: 0,00 €
Girokarte (EC): 0,00 €
Kreditkarte: 0,00 €
Automaten: 9.000
Filialnetz: Direktbank
Habenzins: 0,001 %
Dispozins: 10,85 %
ged. Überz.: 13,25 %
keine Kontogebühren
keine Bedingungen
kostenlos Bargeld weltweit
kostenlose Kreditkarte
100 € Eröffnungsbonus
Girokonto Testergebnis "sehr gut"zum Girokonto*

Kostenloses Girokonto: Der Anfang vom Ende?

Auf der anderen Seite: Mit dem geforderten Geldeingang von 700 Euro ist die ING* noch recht gnädig. Andere Banken wie zum Beispiel die Postbank verlangen deutlich mehr. Für ihr Kontomodell „Giro extra plus“ verlangen die Postler einen Mindesteingang von 3.000 Euro, sonst fallen 10,90 Euro im Monat an.

Fazit: Die Preisänderung der ING ist noch nicht unbedingt das Ende des kostenlosen Girokontos. Selbst wenn andere Anbieter der größten Direktbank in Deutschland folgen. Für das kostenlose Zweitkonto dürfte der Sinneswandel der ING aber durchaus der Anfang vom Ende sein. Allein auf dem Grund, weil selbst Online-Banken mit diesem kein Geld verdienen. Dank der meist noch kostenlosen Kreditkarte waren solche kostenlosen Zweitkonten vor allem für den Urlaub beliebt. Vor diesem wurden Konto oder Karte mit ein paar hundert Euro aufgeladen und zum Bezahlen oder Geldabheben genutzt. Diese Praxis dürfte wohl nicht mehr allzu lange attraktiv sein. Denn warum sollten Sie als Verbraucher für etwas zahlen, das Sie nur ein oder zwei Mal im Jahr brauchen?

Stattdessen wollen mittlerweile auch Direktbanken ihren Kunden weitere Angebote machen. Zum Beispiel Ratenkredite oder Baufinanzierungen. Somit an ihren Kunden mehr Geld verdienen. So baut auch die ING ihr Portfolio aus. Künftig wollen die Niederländer beispielsweise Wertpapierberatung anbieten.

Für Kunden mit Gehaltskonto bleibt das ING Girokonto* jedenfalls auch ab Mai eine attraktive Option.

Bild: ING

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.