Tagesgeld Vergleich: Welches Tagesgeldkonto hat die höchsten Zinsen?

Zugegeben: Die großen Zinsen wirft Tagesgeld nicht mehr ab – dank der Nullzinspolitik der EZB. Dennoch bringt ein Tagesgeldkonto immer noch mehr als ein Sparbuch. Oder gar Ihr Girokonto. Davon ab sind Sie mit einer Tagesgeldanlage jederzeit flexibel. Unser Tagesgeldkonto Vergleich verrät Ihnen mit nur einem Klick, bei welcher Bank Sie die besten Tagesgeldzinsen erhalten.

Anlagebetrag
Euro
Anlagedauer
Einlagensicherung
 
Einlagen-
sicherung
Ertrag
Rendite
* Werte für gewählten Zeitraum, die Berechnung erfolgt auf Basis der aktuellen Zinssätze vom 13.12.2019. Alle Angaben ohne Gewähr, © 2017 financeAds.net

Erklärt: Was heißt Tagesgeld?

Tagesgeld bzw. ein Tagesgeldkonto ist ähnlich einer sogenannten Sichteinlage täglich fällig. Heißt: Sie können von heute auf morgen über Ihr Geld verfügen. Weil Tagesgeld – im Gegensatz zu Festgeld oder Sparbrief – nicht an eine feste Laufzeit gebunden ist. Tagesgeldkonten sind zudem allein für die Geldanlage bestimmt. Doch warum gewähren Banken Zinsen auf das Tagesgeldkonto? Ganz einfach: Für Banken ist Tagesgeld schlicht ein Köder für Neukunden. Das Aber folgt prompt: Der Zins ist variabel, kann also jederzeit steigen oder fallen. Im ersten Fall profitieren Sie als Anleger. Im zweiten macht Ihre Anlage weniger Rendite.

Tagesgeldanlage: Das Wichtigste in Kürze…

  • auf Tagesgeld gibt es mehr Zinsen als beim Sparbuch
  • Banken führen Tagesgeldkonten in der Regel kostenlos
  • die Anlage ist flexibel, Zugriff auf das Kapital jederzeit möglich
  • entsprechend lohnt die Anlage als Notgroschen & „Parkplatz“
  • interessant vor allem für kurz- bis mittelfristige Strategien

Die wichtigsten Fragen zur Tagesgeldanlage

  1. Definition Tagesgeld: Was ist das?
  2. Tagesgeldkonto eröffnen & kündigen
  3. Wie wird Tagesgeld verzinst?
  4. Tagesgeldanlage: Was beachten?
  5. Hopping: Neukundenbonus nutzen
  6. Sparplan: Tagesgeldkonto für Kinder

1. Definition Tagesgeld: Wie funktioniert das?

Wie erwähnt: Im Vergleich zu einem Girokonto ist das Tagesgeldkonto nicht für den Zahlungsverkehr gedacht, sondern allein für die Geldanlage. Im Gegensatz zu Festgeld ist das Kapital jedoch nicht „fest“ angelegt, somit nicht an eine bestimmte Laufzeit geknüpft. Stattdessen ist Ihr Kapital jederzeit verfügbar, womit Sie bei Bedarf prompt „flüssig“ sind. Zumal es auch keine festen Sparraten oder Kündigungsfristen gibt. Mehr noch: Banken führen Tagesgeldkonten in der Regel kostenlos.

Warum Tagesgeldkonto?

Für Sie ist ein Tagesgeldkonto jedenfalls in zweierlei Hinsicht eine Option. Und zwar als

  • Notgroschen
    für schlechte Zeiten, quasi als finanzielles Polster. Laut Experten sollte dieses Polster drei Monatsgehälter (netto) betragen. Solch einen Notgroschen können Sie sich ansparen. Richten Sie einfach einen Dauerauftrag von Ihrem Girokonto ein und überweisen Sie jeden Monat ein paar Euro auf Ihr Tagesgeldkonto. Je nach Situation und Einkommen bestimmen Sie die Sparrate. Egal ob 25, 50 oder 100 Euro: Monat für Monat sparen Sie so für den Notfall an. Sei es für die plötzliche Reparatur des Autos oder zur Begleichung einer Schuld. Pluspunkt Tagesgeld: Sie erhalten Zinsen, über die Jahre sogar Zinseszins.
  • Geldparkplatz
    wenn Sie bereits einen Notgroschen haben. Erspartes, Gewinne aus Aktien oder Immobilien, ein Erbe, was auch immer: Dieses Geld gehört weder auf Girokonto noch Sparbuch. Weil es dort keine Zinsen bringt. Bis Sie wissen, wie Sie das Geld verwenden möchten, lohnt ein Tagesgeldkonto als Parkplatz. Das bringt sogar heute noch einen kleinen Ertrag.
Fazit: Mit einer Tagesgeldanlage erwirtschaften Sie Zinsen, sind jedoch zu 100 Prozent flexibel. Sie können jederzeit Geld abbuchen ebenso wie einzahlen. Auf der anderen Seite sind auch die Banken flexibel, können diese doch von heute auf morgen die Tagesgeldkonto Zinsen ändern.

2. Wie Tagesgeldkonto eröffnen?

Eröffnen können Sie ein Tagesgeldkonto ähnlich einfach wie ein Girokonto oder Festgeldkonto. Stellen Sie bei der Bank Ihrer Wahl einen Antrag – online, per Post oder bei einer Filialbank am Schalter – und weisen Sie sich aus. Am Schalter ist das direkt mit Ihrem Ausweis möglich, bei einem Online-Antrag stehen Ihnen die Verfahren PostIdent oder VideoIdent zur Option. Bei PostIdent müssen Sie in einer Postfiliale vorstellig werden, wo Sie wieder mit Ihrem Ausweis Ihre Identität bestätigen. Bei VideoIdent erfolgt die Prüfung bequem per PC und Internet. Anschließend eröffnet Ihnen die Bank das Tagesgeldkonto.

Wie Tagesgeldkonto kündigen?

Die Kündigung des Kontos ist ebenfalls unkompliziert. Kleines Aber: Allein das gesamte Geld abbuchen reicht nicht. Möchten Sie das Tagesgeldkonto dauerhaft auflösen, ist eine schriftliche Kündigung nötig. Hierzu reicht allerdings eine formlose Mitteilung samt Kontodaten und eben dem Kündigungswunsch.

Eine „echte“ Kündigung macht übrigens Sinn: Sollten Sie Jahre später erneut eine Tagesgeldanlage bei der Bank planen, können Sie Angebote für Neukunden in der Regel wieder nutzen.

3. Tagesgeldzinsen: Wie wird Tagesgeld verzinst?

Die Frage nach den Tagesgeldzinsen ist pauschal nicht zu beantworten. Weil diese wie erwähnt vom aktuellen Markt abhängen. In Zeiten der Nullzinspolitik dürfen Sie allerdings nicht mehr mit einer Eins vor dem Komma rechnen. Je nach Bank sind jedoch (Stand 2019) bis zu 0,8 Prozent möglich. Nutzen Sie am besten unseren Tagesgeldkonto Vergleich oben.

Tagesgeld: Wann werden Zinsen ausgezahlt?

Das handhabt jede Bank auf ihre Art. Die eine schreibt den Zins monatlich gut, die zweite pro Quartal, die dritte pro Jahr.

Tipp: Setzen Sie auf mehrmalige Zinsauszahlungen pro Jahr, also pro Quartal oder gar pro Monat. So nutzen Sie den Zinseszinseffekt und mehren Ihr Vermögen schneller, weil die bereits gezahlten Zinsen ebenfalls Zinsen abwerfen. Dieser Effekt wirkt allerdings erst bei größeren Anlagesummen oder höheren Zinsen.

Tagesgeldanlage: Wie schaut es mit Steuern aus?

Zinsen – egal ob auf Fest- oder Tagesgeld – gelten als Einkünfte aus Kapitalvermögen und unterliegen daher der Abgeltungssteuer (25 %). Dazu kommt noch der Soli (5,5 %) und für Mitglieder der Kirche die Kirchensteuer. Die Steuerzahlung an den Fiskus erfolgt als typische Quellensteuer übrigens direkt von der Bank.

Tipp 1: Nutzen Sie als Privatanleger den Sparerfreibetrag. So zahlen Sie auf Zinsen bis zu 801 Euro keine Steuern. Bei Ehepaaren beträgt der Sparerfreibetrag sogar 1.602 Euro. Stellen Sie hierzu bei Ihrer Bank einfach einen Freistellungsauftrag. Das geht sogar online. Besitzen Sie mehrere Konten für Tages- und/oder Festgeld können Sie den Freistellungsauftrag splitten.
Tipp 2: Liegen Ihre Einkünfte im Jahr unter 9.000 Euro als Lediger bzw. 18.000 Euro als Ehepaar, sind diese sogar komplett steuerfrei. Gezahlte Kapitalertragssteuern erhalten Sie gegen Einreichung einer Nichtveranlagungsbescheinigung zurück. Eine Vorlage finden Sie auf bundesfinanzministerium.de.

4. Anlage Tagesgeld: Was beachten?

Beachten sollten Sie bei der Tagesgeldanlage schließlich diese vier Punkte:

  1. Tagesgeldzinsen
    Diese sind – anders als bei Festgeld – variabel. Die Bank kann die Tagesgeldzinsen also täglich (!) ändern, garantiert ist der Zins auf lange Zeit daher nicht. Eine Ausnahme sind spezielle Angebote für Neukunden. Diese locken meist mit recht hohen Tagesgeldzinsen, in der Regel aber nur für wenige Monate. Solche Angebote eignen sich für das sogenannte Tagesgeld-Hopping (siehe unten). Es lohnt also, den Tagesgeld Vergleich alle paar Monate zu wiederholen.
  2. Anlagesumme
    Ebenfalls interessant: die Anlagesumme. Diese kann durchaus die Höhe der Tagesgeldzinsen bestimmen. Einen Mindestbetrag fordern Banken heute allerdings nur noch selten. Dafür ist meist der maximale Anlagebetrag auf 100.000 Euro begrenzt. Möchten Sie mehr als 100.000 Euro anlegen, sollten Sie mehrere Tagesgeldkonten führen.
  3. Einlagensicherung
    Zumal die Begrenzung auf 100.000 Euro mit Sicht auf die Einlagensicherung Sinn macht. Denn bis zu dieser Summe ist Ihre Anlage zumindest in der EU per Gesetz sicher. Heißt: Geht die Bank pleite, haftet der jeweilige EU-Staat. Dennoch ist die Einlagensicherung nur bei solventen Staaten sicher, Stichwort Bonität. Zum Beispiel Deutschland, Frankreich, die Niederlande, Schweden.
  4. Neukunden-Boni
    Zuletzt sind Boni interessant, mit welchen Banken Neukunden (und damit frisches Kapital) locken. Meist sind diese Neukunden-Boni höhere Tagesgeldzinsen, wenn auch nur auf bestimmte Zeit und eine ebenso begrenzte Anlagesumme. Mitunter können diese Boni auch Prämien eben für die Eröffnung eines Tagesgeldkontos sein.
Stichwort Bonität: Das Herkunftsland der Bank sollte laut Experten mindestens die Note AA- nach der Ratingagentur Standard & Poors (S&P) erfüllen!

Übrigens gibt es eine Strategie, solche Neukunden-Boni – speziell in punkto beste Tagesgeldzinsen – gezielt abzuschöpfen: das bereits erwähnte Tagesgeld Hopping.

5. Neukundenbonus: Was ist Tagesgeld-Hopping?

Tagesgeld Hopping oder Zinshopping (von hopping = hüpfen) ist quasi das Nonplusultra in der Tagesgeldanlage. Die Strategie ist simpel: Als Anleger suchen Sie sich das jeweils beste Angebot mit den höchsten Tagesgeldzinsen. Bietet eine Bank mehr Zins als Ihre aktuelle, wechseln Sie das Tagesgeldkonto.

Welches Tagesgeldkonto ist das beste?

Tatsächlich kann Tagesgeldhopping lohnen. Weil eben viele Banken Neukunden mit Sonderkonditionen ködern. Zum Beispiel ING. Die Niederländer lockten Neukunden Anfang 2019 mit 1 % Tagesgeldzinsen. Der Haken: Der Zins galt für maximal vier Monate sowie maximal 50.000 Euro. Ab dem fünften Monat sowie über 50.000 Euro sank der Tagesgeldzins auf nur noch 0,1 %. Zum fünften Monaten hätten Sie also das Konto wechseln müssen, um bei einem anderen Anbieter mehr Zinsen bzw. einen eventuellen Neukundenbonus zu erhalten.

Achtung: Seit Oktober 2019 gewährt ING Neukunden nur noch 0,25 % Tagesgeldzinsen. Und zwar auf maximal vier Monate und 50.000 Euro. Danach bzw. darüber sinkt der Tagesgeldzins auf nur noch 0,01 %.
Fazit: Senkt Ihre Bank die Zinsen, wechseln Sie beim Tagesgeld Hopping zu einem anderen Anbieter. So greifen Sie immer die höchsten Tagesgeldzinsen ab und nutzen zudem mögliche Boni für Neukunden. Wobei gerade letztere – Stichwort Zins – im Fokus stehen.

Welches Tagesgeldkonto hat die höchsten Zinsen?

So erwirtschaften Sie tatsächlich mehr Rendite, Treue zahlt sich hingegen weniger aus. Das Einzige, was Sie dafür tun müssen, ist ein regelmäßiger Tagesgeldkonto Vergleich. Nutzen Sie hierzu unseren Tagesgeldrechner.

Zugute kommt Ihnen beim Tagesgeld Hopping, dass Tagesgeldkonten meist kostenlos sind. Entsprechend zahlen Sie weder für Kontoeröffnung noch Kontoführung. Sie können also beliebig oft wechseln, ohne Gebühren zahlen zu müssen. Dennoch: Zinshopping lohnt in der Regel nur bei größeren Summen.

Wichtig: Wenn Sie Ihr Kapital transferieren, kündigen Sie das alte Tagesgeldkonto. So können Sie Neukundenboni später erneut nutzen.

6. Lohnt ein Tagesgeldkonto für Kinder?

Für Kinder und Enkel ist ein Tagesgeldkonto ebenfalls eine Idee. Ob als Eltern- oder Großelternteil: Für Ihre Kinder bzw. Enkel können Sie auf diese Weise früh einen Sparplan anlegen. Manche Banken bieten sogar spezielle „U18“-Tagesgeldkonten an, welche eigens für Minderjährige gedacht sind. Das Aber folgt prompt: Selbst eröffnen können Minderjährige eine Tagesgeldkonto nicht. Dieses müssen stellvertretend die gesetzlichen Vertreter – in der Regel die Eltern bzw. der Vormund – übernehmen. Entsprechend haben die gesetzlichen Vertreter Zugriff auf das Tagesgeldkonto, können also Geld einzahlen oder abbuchen.

Wichtig: Möchten Sie als Großeltern oder Paten ein Tagesgeldkonto für Kinder – also für Enkel oder Patenkind – eröffnen, müssen Sie hierzu einen Vertrag zugunsten Dritter abschließen. In diesem Fall führt die Bank das Tagesgeldkonto auf den Namen des tatsächlich Begünstigten. Ergo auf den Namen des Kindes, womit das Konto „mündelsicher“ eben auf den Nachwuchs läuft. Mit Volljährigkeit (18 Jahre) übernimmt der nun Erwachsene dann selbst die Kontrolle über das Tagesgeldkonto. Hierzu muss sich der Begünstigte allerdings noch einmal bei der Bank per Ausweis, PostIdent oder VideoIdent legitimieren.