Kostenloses Girokonto: Ärger für Volksbank Prignitz

Ein kostenloses Girokonto ohne Girocard? Geht gar nicht? Stimmt. Was Gott sei Dank die Wettbewerbszentrale ebenso sieht. Deswegen beanstandete diese gerade das Kostenlos-Konto der Volksbank Prignitz.

Neuer Ärger zum Thema kostenloses Girokonto. Und zwar für die Volks- und Raiffeisenbank Prignitz in Brandenburg. Diese wirbt (bzw. warb) im Netz für eines ihrer fünf Konten mit dem Slogan

„Ihr kostenloses Girokonto – Ihr Girokonto mit Komplettleistung“.

Klingt in heutigen Zeiten fast zu schön, um wahr zu sein. Ist es leider auch. Denn ganz so kostenlos ist das VR Konto Gold gar nicht. Sagt die Volksbank Prignitz leider nicht so offen. Eher ein bissel versteckt. Für die Wettbewerbszentrale zu versteckt.

Volksbank Prignitz: Kostenloses Girokonto ohne Girocard

Zwar preist die Bank – nach einem Klick – die vielen Vorzüge ihres kostenlosen Girokontos. Zum Beispiel das kostenlose Abheben von Bargeld an 18.500 Automaten in ganz Deutschland. Das jedoch die dazu nötige VR BankCard (= Girocard) nicht kostenlos ist, erfährt der Interessent erst nach einem zweiten Klick. Dann heißt es plötzlich, dass die VR BankCard fünf Euro im Jahr kostet. Zugegeben kein Geld. Aber für ein kostenloses Girokonto fünf Euro zu viel. Zumal der Hinweis erst unter „Konditionen“ zu finden ist. Möglich also, dass gutgläubige Kunden gar nicht weiter klicken, sondern gleich ein Konto eröffnen. Die Verbraucherschützer prangern die Werbung der Volksbank Prignitz daher nicht zu Unrecht als „irreführend“ an. Eine Unterlassungserklärung wird ebenfalls gefordert.

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Tatsächlich scheint die Volksbank Prignitz schon reagiert zu haben. Von einem „kostenlosen Konto“ ist mittlerweile beim VR Konto Gold keine Rede mehr. Zumal die kostenlose Kontoführung nur in dem Fall gilt, dass 1.750 Euro monatlich eingehen. Ansonsten kostet das Girokonto bei der Volksbank Prignitz 2,50 Euro (VR Konto Direkt), 4,50 Euro (VR Konto 55plus) oder 5,50 Euro (VR Konto Kompakt) im Monat. Das Basiskonto VR Konto Standard / Basis berechnet die Bank sogar mit 10,00 Euro im Monat. Der Dispo ist ebenfalls nicht gerade günstig und beträgt 10,25 Prozent.

Streitfall kostenloses Girokonto: Nicht der erste Fall

Der erste Fall eines angeblich kostenlosen Girokonto ist die Volksbank in Prignitz übrigens nicht. Auch gegen die Sparda-Bank Baden-Württemberg zog die Wettbewerbszentrale bereits vor Gericht. Diese warb unter dem Slogan „Schnipp Schnapp Gebühren ab“ für ein kostenloses Giro, dass jedoch nicht so ganz frei von Gebühren war. Das Urteil zu diesem Fall will das LG Stuttgart am 11.01.2018 (Az.: 35 O 57/17 KfH) verkünden.

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Das es besser geht, zeigte die Postbank. Diese erhebt seit November eine Grundgebühr von mindestens 1,90 Euro im Monat. Kostenlos ist nur noch das „Postbank Giro Start direkt“ für Kunden unter 22 Jahre. Auch das teuerste „Postbank Giro extra plus“ ist kostenlos möglich – ab 3.000 Euro Geldeingang im Monat. Dafür musste die Postbank zwar viel Schelte einstecken. Allerdings kündete die Bank lange vorher die neuen Gebühren an. So hatten Kunden genug Zeit, zu reagieren.

Quelle: wiwo.de, wettbewerbszentrale.de

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